Unverhofft kommt oft, so auch eine breite Presse zum Konflikt in der Landes-SPD. Frau Wieselmann ist zwar in Teilen mutig in der Interpretation, aber wat solls:
PARTEIEN / Rückzugsforderung an Drexler
Erneute Scharmützel in der Südwest-SPD
Sebastian: Interessant, dass es um „erneute“ Scharmützel geht, aber auf jeden Fall ist das Wort aus der Kategorie „vom Aussterben bedroht“
Auf dem holprigen Weg zum neuen SPD-Fraktionschef gibt es neuen Streit: Ute Vogts Gegenspieler Wolfgang Drexler soll sich zurückziehen, wird gefordert.
BETTINA WIESELMANN
STUTTGART Auf Ute Vogt wird einfach nicht gehört. Dabei war die Forderung der SPD-Landes- und Noch-Fraktionsvorsitzenden am Ende des mehr als fünfstündigen Treffens der Kreisvorsitzenden, Landes- und Bundestagsabgeordneten und Landesvorstandsmitglieder am Samstag in Schwäbisch Hall eigentlich wirklich nicht missverständlich: „Alle, die jetzt den Raum verlassen, sollen jetzt gut über alle Beteiligten sprechen.“
Sebastian: Nicht, dass es direkt nach dem Treffen am Montag schon einen Bericht in den Stuttgarter Nachrichten gab…
Sebastian Weigle, Kreisvorsitzender der SPD in Reutlingen und bei dem Treffen in Hall schärfster Kritiker von Wolfgang Drexler, dem Vogt-Vorgänger an der Fraktionsspitze und einstigen SPD-Generalsekretär, war gestern gar nicht nach Abrüstung zu Mut. Im Gegenteil. „Drexler muss den Weg für einen Neuanfang in der Fraktion frei machen“, sagte der mandatslose Weigle der SÜDWEST PRESSE.
Sebastian: Ist mandatslos ein Schimpfwort oder soll das ein Zeichen meiner Unabhängigkeit sein???
Drexler müsse überlegen, ob er auf Dauer Abgeordneter bleiben könne. Damit noch nicht genug: Weil Drexler mit seinem absprachewidrigen Alleingang bei der Suche nach einem neuen Fraktionschef Partei und Fraktion geschadet habe, „muss er sein Amt als Landtagsvizepräsident niederlegen. Er hat es missbraucht.“
Weigle, der auch im Parteirat der Bundes-SPD sitzt, konstruiert dabei einen Zusammenhang zwischen der Nominierung Drexlers durch die Fraktion für das „mit materiellen Vorteilen“ ausgestattete Amt und „Drexlers verantwortungslosem Umgang. Er benutzt die Position, um gegen die Partei zu arbeiten.“
Sebastian: Ach nein… Das wird jeder halbwegs geradeaus denkende genauso feststellen…
Der Heidenheimer SPD-Kreisvorsitzende Andreas Stoch erinnert sich freilich daran, dass Weigle mit seiner ähnlichen Wortmeldung in Schwäbisch Hall „auf Kopfschütteln“ gestoßen sei.
Sebastian: Dann haben die Leute also mit den Köpfen auf die Tische gehämmert!
Auch habe es nicht, wie gemeldet, einen Antrag auf ein Parteiausschlussverfahren gegen Drexler gegeben.
Vielmehr habe der Mannheimer Petar Drakul, der im Landesvorstand sitzt, eher rhetorisch gefragt, ob Drexler sich den Vorwurf parteischädigenden Verhaltens gefallen lassen müsse.
Sebastian: Spontaner Themenwechsel. Wo steht denn davor etwas vom Parteiausschlussverfahren? Rieger hatte das Thema Parteiordnungsverfahren erwähnt. Und das war Thema. Petar hatte herzlich wenig damit zu tun…
„Ich hätte auf den Putz gehauen, wenn das ein Thema gewesen wäre“, sagte Nikolaos Sakellariou, Landtagsabgeordneter aus Hall. „Drexler hat bei uns einen guten Namen.“ Im übrigen sollten jetzt endlich die Scharmützel eingestellt werden.
Sebastian: Ja, ja, das wünsche ich mir auch. Und wenn Nik auch von Leuten wie Gall, Rust und Drexler das in der Fraktion fordert, sind wir einen Schritt weiter. Und ich habe einen Beitrag dazu geleistet
Jetzt bin ich auf ihre Meinung gespannt
Ihr Sebastian Weigle