Die Ausbildungsfrage

Ausbildung bringt Zukunftschancen

Ja, ich bekenne mich schuldig: Ich bin ein Verfechter einer Ausbildungsplatzumlage.
Warum? Ganz einfach: Weil ich es für falsch halte, dass kleine Betriebe Ausbildungskosten für Großunternehmen übenehmen. Das Handwerk hat immer über Bedarf ausgebildet und die Großunternehmen haben davon profitiert.
Für viele zum Beispiel hier im Ländle ist es halt doch angenehmer, bei der Firma mit dem Stern ein ordentliches Gehalt zu bekommen, als in einem kleinen Handwerksbetrieb erst einmal mit einem kleinen Gehalt anzufangen. Das kann man verstehen, nicht verstehen kann ich es, wenn das Großunternehmen von der Ausbildungsleistung des kleinen profitiert und keine Gegenleistung zahlen muss.

Ja, ich bekenne mich schuldig: Heute kann das duale System nicht mehr alles leisten.
Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung auch andere Möglichkeiten zur Berufsqualifikation fördert. Auch ein anständiges Praktikum kann ein erster Schritt sein, genauso wie die neue Einstiegsqualifizierung für junge Menschen mit eingeschränkten Vermittlungschancen.
Natürlich ist eine solche Qualifizierung nicht das Gelbe vom Ei, aber ein wichtiger Schritt, die Jugendarbeitslosigkeit zu senken. Und auch wenn der Spiegel wieder mal alles in Abrede stellt: Nie wurde sich für junge Menschen unter 25 so viel getan wie heute. Und das ist gut so!

Ja, ich bekenne mich schuldig: Ich halte den Prüsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, für eine Knalltüte
Er hat gefordert, dass Lehrlingsgehälter auf 270 € gesenkt werden sollen. Das ist wahrscheinlich die Summe, die er in der Stunde verdient. Und ich mache jede Wette: Jeder Lehrling würde Brauns Job besser machen. Ernsthaft: Wer das will, der nimmt den jungen Menschen die Chance, auf eigenen Füßen zu stehen. Und wer das nicht lernt, der kann auch kein guter Handwerker werden.
Wir müssen dafür sorgen, dass die Qualifikation der Schulabgänger stimmt, wir müssen aber auch dafür sorgen, dass ein Lehrling die Chance bekommt, das Leben zu lernen. Und zur Erhlichkeit gehört auch, dass viele Firmen finanziell von Auszubildenden profitieren.

Aus dem Alltag eines Kandidaten

Die letzten Tage waren von Organisationsstress geprägt, weniger von Bürgerkontakten (mit Ausnahme von Mails). So musste der Bus endgültig wahlkampftauglich gemacht werden, der Prospekt druckfertig, die Plakate auf den Weg gebracht werden. Und nebenher noch der Praktikantenvertrag vorbereitet werden.
Aber auch das gehört zu einem Wahlkampf. Und macht auch Spaß.
Was nicht vergessen werden darf: Während der Kandidat rackert, geht sein Wahlkampfleiter in Urlaub! Aber es sei ihm gegönnt, er hat Tag und Nacht gearbeitet. Die armen Griechen müssen ihn jetzt ertragen 😉
Ab heute nachmittag geht es wieder los. Drei Einzelgespräche und morgen jede Menge Pressetermine.

Ich halte Sie auf dem Laufenden

Ihr Sebastian Weigle

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