Bergluft geschnuppert

Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Mitten im August und nur zwei Wochen nach vierzig Grad Spanien in den Südtiroler Ostalpen bei fast unendlichen Mengen Schnee sich auf die fast auf 3000 Meter liegende Schwarzensteinhütte zu arbeiten.

Berge genossen
Zwischen allen politischen und zumindest so klingenden Dingen ein kleiner Zwischenbericht von meinem Kurzabstecher nach Südtirol in die Ostalpen:
Anreise
Sich immer auf handfeste Karten und das eigene Wissen zu verlassen. Ein Tipp, den ich in Zukunft jedem geben werde, der sich mit dem Auto auf den Weg ins Ausland macht. Ich war zwar schon fünf Mal im Ahrntal und kenne auch die Anfahrt, aber im „dauben Dicht“ habe ich mich auf den Internetplan der via michelin verlassen. Und leider hat er mich verlassen. Ich tippe die richtige Postleitzahl in Italien ein und er führt mich zwar nach St. Johann, aber das hinter dem Jaufen-Pass und nicht ins Ahrntal. Ergebnis: Ein Wirt, der sich über seinen nicht ankommenden Gast ärgert und eine frierende Person, die sich nacht um eins in den gut geheizten Kofferraum des alten Mercedes Kombi zusammengerollt eingelegt und morgens um sechs vom Milchauto und der Kälte geweckt wird. Was für ein missratener Anfang…
Anstieg
Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Mitten im August und nur zwei Wochen nach vierzig Grad Spanien in den Südtiroler Ostalpen bei fast unendlichen Mengen Schnee sich auf die fast 3000 Meter hohe Schwarzensteinhütte zu arbeiten.
Am Abend stand dann mein Entschluss fest: Nein, morgen geht es nicht auf den rund 3370 Meter hohen Schwarzenstein. Der Anstieg Solo im dichten Schneetreiben ab rund 2300 Meter hatte doch zu viel Kraft gekostet. Abends kroch ich dann nach einem leckeren und unterhaltsamen Hüttenabend in mein eiskaltes Bett um am nächsten Morgen wieder abzusteigen. Das Schneetreiben auf dem Dachfenster begleitete mich in den Schlaf…
Aufstieg

Schwarzenstein
Aber dann der nächsten Morgen: Strahlender Sonnenschein bei fast drei Grad plus und zwei unterhaltsame und wie ich echt schräge Münchner, die fest entschlossen waren aufzusteigen.
Was bleibt einem da anderes übrig als frisch und tapfer den Aufstieg mitzumachen, zumal die beiden mich gerne als Dritten ins Seil nahmen: „Zu dritt ist es besser bei einem Absturz. Zu zweit habe ich mir schon die Ellenbogen geschrottet.“ Danke, Berti für diese aufmunternden Wort…
Aber es war ein echtes Erlebnis, und wir waren an diesem Tag dann drei von vier auf dem Schwarzenstein.
Abstieg

Im Kamin

Der Abstieg war dann noch einmal nass und gut im Schnee. Aber ein echtes Vergnügen. Insbesondere der Kamin, der tiefe Einblicke (direkt von oben auf den See – jetzt bloß nicht einen Schwindelanfall vortäuschen) bot. Aber bald war auch er durchgangen und der Rest nur noch ein Kinderspiel.
Es ist immer wieder wunderbar, Natur so erleben zu können und trotz miserablem Start war es rundum gelungen.

Sebastian Weigle
P.S.: Wie man sich da oben auch bewegen kann, ist eindrucksvoll in der ZEIT geschildert. Dort gibt es auch wirklich schöne Fotos (bei gutem Wetter…).

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